Prof. Dr. Detlef Schoders Antwort: Abundant wird nur das nachschlagbare Regelwissen, Formeln, Verfahren, Klassifikationen. Also genau das, was Hochschulen traditionell am besten vermitteln und prüfen. Was die Maschine nicht leistet, ist urteilen, Widersprüche aushalten, Verantwortung für eine Entscheidung übernehmen. Sie liefert Auskunft, keine Einsicht. Nicht abundant wird deshalb alles, was aus Erfahrung wächst – auch die Fähigkeit, überhaupt die richtige Frage zu stellen.
Sein Vorschlag ist ein „Studium plurale“: Studierende üben ein, dasselbe Problem aus verschiedenen Denkweisen zu durchdringen – analytisch, systemisch, dialektisch und weiteren. Schoder nennt das Denkplastizität. Kein neues Fach, sondern ein Prinzip quer durch die Lehre, mit Fallstudien und Reflexionsportfolios statt Abfrageprüfungen. Die eigentliche Bremse sind für ihn nicht die Lehrenden, sondern Fakultätssilos und fachspezifische Budgetlogiken.
Prof. Dr. Detlef Schoder
Seit 2003 leitet Professor Schoder an der Universität zu Köln das Seminar für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement sowie das Institut für Rundfunkökonomie. In Forschung und Lehre beschäftigt er sich mit Electronic Commerce und Electronic Business, Media Mass Customization, Social Media, dem Internet der Dinge sowie datengetriebenen Innovationen bei Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen.
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